Sackgasse Händler

Liebe Händler gebt fein acht, was ihr mit den Marken macht

Heutzutage, im Strudel von E-Commerce, Omnichannel, Digitalisierung und verwaisten Innenstädten, sollten stationäre Händler behutsam darauf achten, wie sie ihr Sortiment zusammenstellen und welche Marken sie von ihren kostbaren Verkaufsflächen profitieren lassen.

Ausgangspunkt für diesen Artikel ist der kontrastreiche Nachhall zweier Meldungen der letzten Wochen. So war besonders eine veröffentlichte Zahl von Adidas interessant, Zitat aus Textilwirtschaft Nr. 33/2019: „Im Vertrieb profitieren vor allem die eigenen Kanäle des Konzerns. Der E-Commerce sticht dabei mit einem Plus von 37% hervor.“ Dazu im Vergleich die Aussage von Puma, entnommen von Reuters am 31. Juli 2019: „Anders als die Konkurrenz setzt Puma nicht massiv auf den Internet-Handel. ‚Wir wollen den Online-Absatz nicht maximieren, unsere Partner im Einzelhandel haben für uns Vorrang‘, betonte Gulden. Nur etwa fünf Prozent verkaufe Puma an den Händlern vorbei direkt an die Kunden - deutlich weniger als der Rivale Adidas.“

Nicht nur in der Branche und in Finanzmarktmedien, auch bei uns im Haus wurden diese Meldungen lebhaft diskutiert. Die ein oder andere Stimme von Journalisten beziehungsweise Experten lobte dabei die positive Entwicklung von Adidas im E-Commerce, während leicht die Nase gerümpft wurde ob des geringen E-Commerce-Anteils bei Puma. Fortschrittlich die einen, altbacken oder unfähig die anderen - was zwar so nicht explizit zu lesen, aber zwischen den Zeilen durchaus so zu verstehen war. Nun ist es nicht nötig, hier zwischen den Zeilen lesen zu können oder beide Nachrichten zu vergleichen, um als stationärer Händler eigene Überlegungen anzustellen und entsprechende Schlüsse zu ziehen.

Verkaufsflächen sind Akquisekosten, keine Mietkosten

Jenseits nüchtern finanzieller Gründe, wie beispielsweise den Konditionen, die eine Marke dem jeweiligen stationären Händler anbietet und dem Umsatzanteil der Marke bei den Kunden, lohnt es sich darüber nachzudenken, was die Verkaufsfläche im Laden denn eigentlich ist. Mietkosten, also Ausgaben, ist die klassische Antwort. Man kann aber auch einen anderen Blickwinkel einnehmen, wie es der US-amerikanische Handelsexperte Doug Stephens in einem vielbeachteten Artikel auf businessoffashion anschaulich beschrieben hat: Der stationäre Laden als solcher und mit ihm jede Verkaufsfläche darin, die einer Marke zugestanden und zugeordnet wird, sind als Akquisekosten zu betrachten, also Ausgaben und Aufwendungen, die dazu dienen, mehr Kunden von einer Marke zu überzeugen und sie zu treuen Käufern zu machen. Der Verbleib an einem bestimmten Ort oder die Dauer, wie lange man sich mit einer Marke beschäftigt wird im E-Commerce, also in Online-Shops, schon längst gemessen – in kleinen und mittelständischen stationären Läden ist das bisher noch unüblich.

Zugegeben, es fehlt an einer breitflächigen Einführung entsprechender Technologien, dennoch steht zuvorderst die Einsicht, dass stationäre Läden ideale Akquisestationen sind für Marken. Natürlich wird man als Händler vor allem Brands im Sortiment haben, an denen man gut verdient; aber will man der Steigbügelhalter sein für Marken, die stationäre Händler immer mehr vernachlässigen und ihren Profit vor allem in die eigenen Kanäle reinvestieren? Oder will man lieber mit Marken zusammenarbeiten, die das eigene Geschäftsmodell – den stationären Handel – bewusst unterstützen?

Win-Win ist keine Wunschvorstellung

Es sei angemerkt, dass unser gax-System beide Strategien, also im konkreten Fall sowohl Adidas als auch Puma, unterstützen würde, da wir uns im Handel auf Win-Win-Konstellationen fokussieren. Dementsprechend sind wir der Überzeugung, dass es weder nötig ist die stationären Händler, die jahrzehntelang zum Erfolg der Marke enorm beigetragen haben, zu kannibalisieren und genauso wenig ist es nötig, die eigenen E-Commerce-Ambitionen zu vernachlässigen, weil man die stationären Partner unterstützt.

So lange jeder sein Ding macht bleibt auch stationären Händlern nichts übrig, als auf sich selbst zu achten und sich gut zu überlegen, mit wem man kooperiert, wem man seine kostbaren Akquiseflächen zur Verfügung stellt und mit welchen Marken sich eine Zusammenarbeit dauerhaft lohnt, ohne einsam in einer Sackgasse zu landen. „Wenn der weise Mann zum Mond zeigt, blickt der Einfältige auf dessen Finger“ – so in etwa lautet ein chinesisches Sprichwort; und manchmal ist es einzig und allein der Fokus – der konkrete Blick – der zu Erkenntnis führt; oder eben nicht.


Tante Emma

Die Skills von Tante Emma – Worauf sich Händler in Zeiten der Digitalisierung besinnen sollten

Stellen Sie sich vor, Sie betreten ein Fachgeschäft und der Verkäufer kennt Ihren Namen, er weiß sogar, dass Sie zwei Kinder haben; darüber hinaus weiß er aber auch, dass eins der Kinder Grippe hat und Sie eigentlich mit der ganzen Familie übers Wochenende ins Allgäu fahren wollen. Weil er so viel über Sie weiß, kann er Sie optimal beraten, er verkauft Ihnen exakt das, was Sie wollen und brauchen. Ist diese Vorstellung angenehm oder gruselig?

Tante Emma war eine Datenkrake

Früher war das so und niemanden hat es gestört. Der Einkauf im kleinen Laden um die Ecke war ein Erlebnis, eine Form des gesellschaftlichen Austauschs und hat die Sozialisation vieler Kinder geprägt. Die „Tante Emma“ war ein Knotenpunkt im Viertel, ein Anlaufpunkt und eine Datenbank in der eigenen Nachbarschaft. Der klassische Tante-Emma-Laden war nicht groß, sondern überschaubar und er war kunterbunt und vor allem war der Einkauf dort nicht nur personalisiert - sondern persönlich.

Personalisierter Einkauf vs. Persönlicher Einkauf

Im Zuge der Digitalisierung des Einzelhandels haben auch stationäre Händler heutzutage ein wahres Arsenal an technologischen Werkzeugen, um näher an ihren Kunden zu sein und mehr über sie zu erfahren. Selbst wenn man alle erdenklichen Tools nutzt, um das Einkaufserlebnis seiner Kunden zu personalisieren und zu individualisieren, so wächst der Stellenwert eines Ladengeschäfts (und dessen Umsatz) insbesondere durch die persönliche Verankerung im Viertel. Denn DAS ist die Zielgruppe; und so geht es gar nicht darum, so nah wie möglich an der eigenen Zielgruppe dran zu sein, sondern mittendrin, ein Teil davon.

Was das bedeutet, wenn man nicht nur einen einzigen kleinen Laden betreibt, sondern konkret 185 Filialen, das wird in brand eins Thema Reputation 2019 anschaulich in einem Artikel über Budni (eigentlich Budnikowsky) beschrieben, einem alteingesessenen Unternehmen in der Drogeriebranche; bisher vor allem im Großraum Hamburg bekannt. Für uns ist diese Erfolgsgeschichte eines Traditionsunternehmens ein Beleg, dass die Fähigkeiten von Tante Emma auch in der digitalisierten, modernen Welt zum Rüstzeug eines stationären Händlers gehören sollten:

  • Diversität ist bereichernd - Mitarbeiter sollen genauso verschieden sein wie die Menschen im Viertel. Sie repräsentieren nicht eine Marke, sondern verkörpern die Menschen in der Nachbarschaft.
  • Auf die Zielgruppe lokal abgestimmtes Sortiment – Budni hat beispielsweise insgesamt 25 000 Produkte, davon aber nur ca. 12 000 in jedem Laden; das Sortiment vor Ort ist deutlich angepasst an die Bedürfnisse der Menschen vor Ort.
  • Kundennähe durch Wissen und Vertrauen – Tante Emma kannte ihre Produkte sowie ihre Kunden und sie hatte deren Vertrauen. So hat man gleichzeitig das Gefühl, das Richtige eingekauft UND sich mit einem vertrauten Menschen ausgetauscht zu haben.
  • Sozial engagiert sein – mit den Kunden zusammen Gutes tun, das verbindet und gewährleistet, dass das Ladengeschäft nah am Alltag der Zielgruppe ist.

Transparenter Austausch für das optimale Einkaufserlebnis

Für ein personalisiertes Einkaufserlebnis, vor allem online, werden Daten der potenziellen und tatsächlichen Käufer gesammelt. Vielen Kunden bereitet das Unbehagen, weil sie schlichtweg nicht wissen, was das für Informationen sind, die mittels Algorithmen über sie gesammelt werden. Tante Emma wusste wahrscheinlich noch viel mehr über uns, als jeder Onlineshop heutzutage, aber dieser Datentransfer war transparent, der Einkauf war persönlich. An diesem Punkt sollten stationäre Händler wieder ansetzen, um aus Kunden Stammkunden zu machen, denn der Trend ist günstig: der Bewegungsradius der Käufer schrumpft wieder. Man ist immer weniger bereit, in das Stadtzentrum zu fahren oder in das große Einkaufscenter in der Peripherie. Stattdessen sind die Leute wieder viel lieber in ihrem Viertel, in der unmittelbaren Nähe ihrer eigenen vier Wände, unterwegs.

Die Enkel von Tante Emma sollten sich wieder mehr auf das besinnen, was ein stationäres Ladengeschäft ausmacht, nämlich das, was ihre Großmutter noch wusste. Der Laden ist für die Menschen vor Ort; Persönlichkeit und Vertrauen schlagen im Kiez jeden Algorithmus; und beides ist kein Hindernis, um auch online auf anderen Kanälen erfolgreich zu verkaufen.

Ganz im Gegenteil, das tiefe Interesse für die Bedürfnisse der Kunden fängt im eigenen Laden an und hört im Internet nicht auf.


Kind Spielzeug Spielwarenladen

Klassische Spielwarenläden im Wandel

Der zunehmende Online-Handel trifft den stationären Spielwarenhandel schwerer als andere Branchen. Die Gründe dafür sind vielseitig, zeigen aber auch, wie die Lösungen aussehen können.

Viele erinnern sich, wie groß die Freude als Kind war, wenn man mit seinen Eltern in die Stadt fuhr - denn der Besuch im Spielwarengeschäft war natürlich Pflicht. Und viele erfahren jetzt erst, da sie selbst Kinder haben, mit wieviel Stress dies verbunden ist. Mit Kindern Spielzeuge anzuschauen und zu kaufen ist erst recht anstrengend, wenn man den Kopf voll hat mit Dingen, die noch erledigt werden müssen. Kein Wunder geht man lieber allein, bevorzugt online, shoppen. Das könnte die Antwort sein, warum sich stationäre Spielwarenläden in der Krise befinden – doch so einfach ist es nicht.

Zwei Zielgruppen – Erwachsene und Kinder

Spielzeuge sind für eine Zielgruppe gedacht, die sich die Produkte gar nicht leisten kann. Denn Spielzeuge sind für Kinder, werden aber von Erwachsenen bezahlt. Man muss also sowohl die Kinder als auch ihre Begleiter und Gönner entsprechend erreichen und überzeugen, das heißt, das stationäre Spielwarenfachgeschäft muss für beide Gruppen einladend sein. Im Fashionbereich hat diesbezüglich bereits ein Umdenken stattgefunden, indem man beispielsweise in Modehäusern, die nur Fashion für Frauen anbieten, Annehmlichkeiten einrichtet, die vor allem für die jeweiligen (männlichen) Begleiter gedacht sind: Lounge-Sessel mit beiliegenden Zeitschriften inklusive Coffee for free und freiem W-Lan, über das man auch online stöbern kann, was beispielsweise zum Handelskonzern gehörige ‚Männer-Läden‘ anbieten. Übertragen auf den Spielwarenhandel gibt es das für Eltern nicht – keine Entspannungszone, kein Angebot, das für Entlastung sorgt, wenn man mit den Kindern durch die Stadt hetzt. Es kann auch keine Lösung sein, wenn im Spielwarenladen das Sortiment durch Deco-Artikel oder ähnlichem ergänzt wird. Wenn Eltern aus Zeit- und Stressgründen auf den Spielwarenladen verzichten, dann werden sie ebenso darauf verzichten, nur wegen einer Vase oder Geschenkpapier dort einzukaufen.

Das Kind in Dir

Die klare Zuordnung, dass Spielzeuge nur für Kinder sind und nichts für Erwachsene, hat sich in den letzten Jahren auch immer weiter aufgelöst. Früher war es lediglich die klassische Modelleisenbahn, mit der man sich auch im Erwachsenenalter, oder besser gesagt, vor allem im Erwachsenenalter beschäftigte. Heute dagegen ist die Bandbreite an Spielzeugen, die insbesondere von Erwachsenen gekauft werden, immens groß. Sei es, weil man das ‚Kind im Manne‘ wiederentdeckt oder weil alle erdenklichen branchenfremden Produktionen wie beispielsweise Filme und Serien lizensiert werden, um auch in der Spielzeugbranche verwertet zu werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist Lego; zahlreiche Modelle sind sowohl von der Konzeption als auch vom Preis explizit für eine erwachsene Käufergruppe gedacht. Diese ‚inneren Kinder‘ werden im Laden nach wie vor zu wenig angesprochen, das wird online deutlich besser umgesetzt. Das Unternehmen, das die weltbekannten Klemmbausteine herstellt, ist leider auch ein Beispiel für einen weiteren Grund, warum stationäre Spielwarenhändler zurzeit einen Negativtrend erfahren: Hersteller mit schlechten Marketing-Strategien.

Hersteller vernachlässigen die kleineren Läden

Lego hat durch exklusive Kooperationen mit Galeria Kaufhof und Toys ’R‘ Us viele andere Händler vernachlässigt. Wenn bestimmte Modelle nur in bestimmten Läden gekauft werden können, dann dient das zur Steigerung der Exklusivität, allerdings zu dem Preis, dass andere stationäre Spielwarenläden dadurch ausbluten. Es ist eine Sache, bestimmte Artikel zuallererst auf der eigenen Online-Plattform oder im Flagship-Store anzubieten, um sie dann ein paar Wochen oder Monate später allen Händlern zur Verfügung zu stellen. Eine andere Sache ist es dagegen, nur mit ein oder zwei großen Ketten zu kooperieren, die lediglich auf das Mainstream-Sortiment setzen und von denen nicht nur der Kunde, sondern auch der Hersteller zu sehr abhängt. Durch die Insolvenz von Toys ‚R‘ Us wurden massig Lego-Produkte auf den Markt gespült, zu Preisen, die deutlich unter der UVP lagen. Als Nebeneffekt werden die Endkunden dadurch nachhaltig sensibilisiert bezüglich der Preisgestaltung des Herstellers und der Wertigkeit der Marke. Des Weiteren bleibt die Frage, wie sinnig solche Kooperationen mit Kaufhäusern sind – schließlich gibt es dort lediglich Spielzeugabteilungen, was kein Vergleich ist zu einem richtigen, individuellen Spielzeugladen.

Schneller Einkauf vs. Intensiver Einkauf

Mittlerweile werden Spielzeuge auch verstärkt von Discountern verkauft; ein weiterer Hinweis, dass es ein Produkt-Segment gibt, wo vor allem schnelles und einfaches Einkaufen ein wichtiges Kriterium darstellt, genauso wie beim Online-Shopping. Die dort angebotenen Spielzeuge bedürfen keinerlei Beratung oder Fachkenntnis, man kauft sie eher nebenbei als Mitbringsel. Durch diesen Filter sollten stationäre Spielzeughändler ihr Sortiment genauer unter die Lupe nehmen: bei welchen Artikeln kann der Verkäufer durch seine Expertise das Einkaufserlebnis der Kunden steigern und welche Waren benötigen keine Beratung? Denn genau hier greifen dann die Alleinstellungsmerkmale des Fachhändlers – überzeugendes Know-how und persönliche Beratung.

Den Wandel positiv gestalten

Der stationäre Spielwarenhandel befindet sich im Umbruch, keine Frage; das Gute daran: Spielzeugwaren sind beliebter und begehrter als je zuvor. Damit sich auch die nächsten Generationen an stationären Spielwarenläden erfreuen können, sollten ein paar Dinge berücksichtigt werden:

  • Der Spielwarenladen sollte sowohl für Kinder als auch für Erwachsene einladend sein.
  • Das Kind im Erwachsenen sollte auch im Laden stärker angesprochen werden.
  • Hersteller müssen die kleineren Läden besser wahrnehmen – als direktes und authentisches Bindeglied zwischen Kunde und Marke.
  • Spielwarenhändler sollten ihrer Rolle als Kurator mehr Gewicht verleihen – durch Persönlichkeit, Authentizität sowie Fachwissen und auch ihr Sortiment dementsprechend aufstellen.
  • Spielzeug-Shopping ist und sollte es auch immer bleiben - ein Erlebnis; kein reines Schaufenster und vor allem kein Durchhuschen zwischen den Regalen.  

Logistik: Nachhaltiger Lieferverkehr mit Lastenrädern

Der Online-Handel boomt in Deutschland ungebrochen. So geht der Bundesverband für E-
Commerce und Versandhandel (bevh) zum Beispiel davon aus, dass deutsche Kunden
allein in diesem Jahr insgesamt Ware im Wert von 63,9 Mrd. Euro brutto (inkl. MwSt.) im
Internet bestellen. Das würde erneut ein starkes Wachstum von 9,3 Prozent bedeuten.

Der Black Friday wird den Onlinehandel wahrscheinlich wieder in noch umsatzstärkere Gefilde hieven.

Weekly-News: Gewerkschaft vs. Amazon, Zukunft des stationären Handels sowie Black Friday und Cyber Monday

Black Friday und der Cyber Monday werfen ihre Schatten voraus. Die Schlacht um den besten Rabatt startet diesen Freitag.

Heute in unseren Weekly-News: Gewerkschaft Verdi droht Amazon erneut mit Streiks zum Weihnachtsgeschäft, ein interessantes Interview zeigt die Zukunft des stationären Handels und die bevorstehenden Rabatttage Black Friday und Cyber Monday werfen ihre Schatten voraus. Gewinne in Millionenhöhe sind garantiert. Read more


EU-Parlament will mit neuem Gesetz die Verbraucher vor dubiosen Händlern schützen.

Weekly-News: Mehr Verbraucherschutz, RULS und Pure Player in urbanen Infrastrukturen und der E-Commerce-Report 2017

Das Europaparlament will unseriösen Onlinehandel verbieten und stärkt mit neuem Gesetz den Verbraucherschutz.

Heute in unseren Weekly-News: Das EU-Parlament will den Verbraucher vor dubiosen Onlinegeschäften besser schützen, RULS - Realtime Urban Logistics Solution und die Pure Player drängen in urbane Infrastrukturen und der aktuelle E-Commerce-Report 2017 ist online. Read more


Der lokale Handel kann heutzutage nicht mehr auf den Onlinekanal verzichten.

Online, offline – Händler müssen auf vielen Hochzeiten tanzen

Der lokale Handel kann heutzutage nicht mehr auf den Onlinekanal verzichten.

Kaum eine andere Frage beschäftigt Händler derzeit mehr: Auf welchen digitalen Plattformen verkaufe ich meine Ware am profitabelsten? Die Antwort: auf allen. Egal ob im eigenen Webshop oder auf den unzähligen Online-Marktplätzen wie Amazon, Ebay und Zalando; die Vielfalt des Angebots ist heutzutage auch gleichzeitig das größte Potenzial des Händlers. So bestellt alleine der durchschnittliche Kunde bei sechs verschiedenen Online-Shops beziehungsweise Marktplätzen (weitere Fakten zum E-Commerce). Die wichtigsten Aspekte sowohl beim Erst- als auch beim Wiederholungskauf in einem Online- Shop sind Versandkosten sowie das Angebot an unterschiedlichen Bezahlverfahren. Read more


adidas will auch in Russland Angebote schaffen, wie Onlineshops, Fabrikverkauf - Multi-Channel halt.

Weekly-News: adidas macht Multi-Channel, Onlinehandel boomt weiter und kleine Shops gehen dabei leer aus

adidas in Deutschland hat mittlerweile auch eine Multi-Channel-Strategie - Russland zieht nun nach.

Heute in unseren Weekly-News: adidas macht in Multi-Channel und will den Markt in Russland neu justieren. Zudem boomt der Onlinehandel in Deutschland weiter; speziell im Segment Lebensmittel sind Umsatzsteigerungen zu vermelden. Nachteil: Die kleinen Händler merken vom Online-Boom kaum etwas.

Adidas macht in Russland auf Multi-Channel

Adidas, Hersteller von Sportkleidung, will seine Verkaufsstrategie in Russland neu ausrichten und auf mehrere Verkaufskanäle seine Waren anbieten. Vor allem der eigene Onlinehandel soll dabei im Fokus stehen; dafür sollen bis Ende 2017 rund 160 Filialen geschlossen werden. „In neue Verkaufswege hatte das Unternehmen innerhalb der vergangenen zwei Jahre mehr als 70 Millionen Euro investiert. Den Online-Verkauf wickelt adidas über die eigene Homepage und per Tablets ab, die in den Geschäften aufgestellt sind. Ebenso sollen Adidas-Produkte auf Online-Plattformen wie ‚Ozon.ru’ oder ‚Wildberries‘ erhältlich sein“, so OWC Außenwirtschaft. Ob grundsätzlich die Russland-Sanktionen für das Umdenken an der Unternehmensspitze führten, ist nicht belegt. Adidas hat Russland allerdings 2014 bereits als Risikoland eingestuft. Eines steht auf jeden Fall fest: Russland ist eines der ersten Länder, in dem der Sportartikel-Hersteller eine Multi-Channel-Strategie fährt.

Quelle: ISPO

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Handel: Onlineboom in Deutschland hält an

Der Onlinehandel hierzulande verzeichnet auch weiterhin einen hohen Anteil am Gesamtumsatz des sogenannten Interaktiven Handels (Online- und Versandhandel). Betrachtet man den gesamten Markt, lagen die Umsätze im Internethandel im dritten Quartal 2017 bei 13,6 Milliarden Euro. Das sind satte neun Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt im Vorjahreszeitraum. Im Gegensatz zum Vorjahr konnte speziell das Segment Lebensmittel und Haushaltswaren eine starke Nachfrage vermelden. So stieg das Onlinevolumen des besagten Warengruppen-Cluster um insgesamt 19,5 Prozent mit einem Gesamtumsatz von 989 Millionen Euro. Die zunehmende Akzeptanz für das Warensegment Lebensmittel bescherte dem 3. Quartal 2017 einen Online-Umsatz von 292 Millionen Euro und stieg um 26,6 Prozent.

Weitere Eckdaten

Warengruppen-Cluster ‚Bekleidung inkl. Schuhe‘

Die Kategorie Bekleidung ist nach wie vor bei deutschen Verbrauchern sehr beliebt, stagniert aber etwas. 0,7 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr belegen dies. Der entsprechende Online-Umsatz erhöhte sich auf 2.734 Millionen Euro. Im 3. Quartal 2017 lag das Wachstum für den Bereich Schuhe bei 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erwirtschaftete einen Online-Umsatz von 898 Millionen Euro.

Warengruppen-Cluster ‚Unterhaltung‘ (Bücher/Ebooks/Hörbücher, Computer/Zubehör/Spiele/Software inkl. Downloads, Elektronikartikel/Telekommunikation)

Die Warengruppe Computer, Zubehör und Spiele verzeichnete im 3. Quartal 2017 Online-Umsätze von 1.003 Millionen Euro und stieg um 19 Prozent. Der Bereich Elektronikartikel und Telekommunikation wuchs online um 10,8 Prozent und verzeichnete einen Umsatz von 2.251 Millionen Euro. Die Online-Umsätze bei Büchern und E-Books gingen um 9,3 Prozent zurück und lagen bei 735 Millionen Euro.

Quellen: bevh / heise

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Onlinehandel: Kleine Shops gehen ‚fast‘ leer aus

Der oben erwähnte Boom des Onlinehandels kommt allerdings nicht überall an. Die Stuttgarter Nachrichten berichten, dass nur die 1.000 umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland im vergangenen Jahr ein Wachstum von elf Prozent auf knapp 40 Milliarden Euro verzeichneten. „Der Löwenanteil, rund 16 Milliarden Euro oder 40 Prozent, entfiel dabei auf die zehn stärksten Anbieter im Markt“, so die Onlineausgabe. „Unumstrittener Marktführer bleibt Amazon mit einem Jahresumsatz von 8,1 Milliarden Euro; mit großem Abstand folgen Otto (2,7 Milliarden Euro) und Zalando (1,1 Milliarden Euro).“ Alarmierend: Bereits ab den Plätzen 501 bis 1.000 kommen die Beteiligten Händler auf einen Umsatz von gerade einmal 3,8 Milliarden Euro (siehe dazu die Grafik).

Onlinehandel in Deutschland 2017 - Amazon und Zalando sind starkl; kleine Händler gehen allerdings fast leer aus.

Teaserbild: CC BY-SA 3.0 / Avda


China verbietet die digitale Kryptowährung Bitcoin.

Weekly-News: SAP kauft Datenspezialisten, China verbietet Bitcoin und GS1 erfindet die Produktsuche neu

In Asien, beziehungsweise in China, ist die Währung Bitcoin ab sofort verboten und vom Handel ausgeschlossen.

Heute in unseren Weekly-News: Der Softwareriese SAP kauft den Datenexperten Gigya aus dem Silicon Valley (USA). Außerdem dabei; China verbietet ab Oktober den Handel mit der digitalen Währung Bitcoin und GS1 will mit 'SmartSearch' die Produktsuche revolutionieren. Read more


Der stationärer Handel muss endlich aufwachen und den E-Commerce mit in die eigenen Prozesse berücksichtigen.

E-Commerce: Leitfaden untersucht Kaufverhalten von Kunden

Das Online-Einkaufsverhalten der Nutzer ändert sich fast-täglich - eine Zusammenfassung.

Wie kaufen Kunden im digitalen Zeitalter ein? Die Autoren des E-Commerce-Leitfadens haben sich dazu den Status quo des Einkaufsverhaltens von Online-Shoppern im Detail angeschaut und nach eigener Aussage zukunftsträchtige Trends ausgemacht. Klar ist, das Einkaufsverhalten von Endkunden ändert sich im Zeitverlauf ständig – und das nicht erst seit dem Internet. Eine Zusammenfassung.Read more


Egal ob DHL, Hermes oder Amazon - KEP-Dienstleister bauen ihre Infrastruktur aus.

KEP-Dienstleister bauen Infrastruktur aus: und der Händler?

DHL baut seine Logistik-Infrastruktur weiter aus und baut neue Verteilzentren.

Im Jahr 2016 wurden satte drei Milliarden Paketsendungen in Deutschland versendet. Bis 2020 rechnet man mit einer jährlichen Steigerung von 5,1 Prozent – die in Zahlen 3,8 Milliarden Pakete ergibt. Um dieser Paketflut Herr zu werden, investieren KEP-Dienstleister massiv in den Ausbau ihrer Infrastruktur; inklusive den Distributionszentren. Und was ist mit dem stationären Handel?Read more


Amazon kauft Whole Foods und senkt mal eben die Preise - drastisch.

Weekly-News: Affiliate Marketing und der 6. Euro, Amazon & Whole Foods sowie Ceconomy mit Gewinn (online)

Amazon will in den USA mit Whole Foods den Bio-Markt aufmischen.

Amazon setzt bei seiner neuen Kette Whole Foods auf Attacke und senkt deren Produktpreise drastisch. Ebenfalls gut im Geschäft sind Onlinehändler, die auf das Affiliate Marketing setzen; jeder sechste Euro wird online auf Provisionsbasis generiert. Und bereits nach einem Jahr Spaltung macht die Metro-Group-Tochter Ceconomy mit ihren Ketten Media Markt, Saturn und Redcoon satten Umsatz - natürlich online. Read more


Zalando und gaxsys ermöglichen den Spagat zwischen Onlinehandel und Offlinehandel.

Online oder Offline – wer hat am Schluss die Nase vorn?

Online vs. Offline - der Handel wird sich auf beide Absatzmärkte konzentrieren müssen.

Der Trend ist eindeutig; der Onlinehandel macht zum lokalen Einzelhandel beständig Boden gut, seit Jahren wachsen die Umsätze im E-Commerce konstant im zweistelligen Prozentbereich. Verwunderlich ist das nicht – der Onlinekauf ist für den Kunden bequem. Er ist nicht an feste Ladenöffnungszeiten gebunden und die Prozesse der Versender sind mittlerweile so weit optimiert, dass eine Lieferung am nächsten oder teilweise sogar schon am selben Tag zu Standard-Optionen beim Versand werden. Was können lokale Händler dieser vermeintlich übermächtigen Konkurrenz entgegensetzen?Read more


Google Glass 2 soll vor allem den Mittelstand besser abholen als das smarte Vorgängermodell.

Weekly-News: Deutsche-Post-Aktie auf Rekordhoch, Amazon Deutschland im Interview, Omni-Channel vs. POS und Google Glass ist wieder da

Google Glass 2 soll speziell bei Wartungsfällen hervorragend funktionieren.

Heute in den Weekly-News: Deutsche-Post-Aktie befindet sich diese Woche auf Rekordhoch. Zudem beschäftigen wir uns mit Amazon Deutschland (Interview) wie auch mit dem Omni-Channel, der mittlerweile vom POS besser wahrgenommen wird. Und ja, die Google Glass ist wieder da. Alphabet hat diese mittlerweile vorgestellt; erste Händler listen die smarte Brille bereits in ihren Onlineshops. Read more


Weekly-News: Content Commerce, Smartphones im Multi-Channel sowie Marc Frey im Interview

Content Commerce steht für hochwertigen Inhalt, der Produkte näher erklären soll.

Heute in unseren Weekly-News: Was ist eigentlich Content Commerce und was hat das mit 'Content is King' zu tun. Zudem sind Smartphones und Tablets im Multi-Channel angekommen und Marc Frey, Co-Founder von Simplify Business Innovators, äußert sich kritisch über die Zukunft des Einzelhandels. Read more


WeeklyNews: Amazon ist der King im Onlinehandel, Hermes setzt auf Tripl, Zalando vs. Amazon und Deliveroo expandiert

Heute in unseren Weekly-News: 90 Prozent der Deutschen Onlineeinkäufe verbucht der US-Konzern Amazon, Hermes liefert via Elektro-Trike Tripl in Göttingen Pakete auch in schwerzugänglichen Bereichen und Zalando muss sich vor Amazon nicht wirklich verstecken. Ebenfalls interessant erscheint uns die Expansion des britischen Lieferdienstes Deliveroo.Read more


Der Onlinehandel erzielt Rekordgewinne von Jahr zu Jahr.

Onlinehandel 2017: der stationäre Handel ist nicht tot

Der stationäre Handel kann über den Onlinehandel zusätzlichen Absatz generieren - er muss es nur machen.

Der Onlinehandel sieht auch 2017 positiv in die Zukunft. Satte 60 Milliarden Umsatz werden für das laufende Jahr erwartet. Bereits im ersten Quartal 2017 wurden zehn Prozent mehr Umsatz generiert als im Vorjahr. Speziell im B2C-Bereich rechnet man mit einem Wachstum zwischen zehn bis zwölf Prozent - mittlerweile sogar jährlich. Auch der stationäre Handel erkennt zunehmend seine Chancen in der Digitalisierung und kann auch bereits Gewinne online verbuchen. Wir fassen die aktuellen Zahlen aus unterschiedlichen Quellen zusammen.Read more


Ebay lockt seine Kunden mit Tiefpreisen auf seinen Online-Marktplatz.

Weekly-News: Ebays Preisgarantie, Apple wird abgemahnt und die Grünen fordern digitale Öffnungszeiten

Der Marktplatz Ebay will seine Kunden mit Tiefpreisgarantie überzeugen.

Heute in unseren Weekly-News: Ebay setzt auf die Tiefpreisgarantie und reagiert auf den derzeit enormen Preiskampf anderer Online-Marktplätze, Apple wird erfolgreich abgemahnt und die Grünen fordern tatsächlich digitale Öffnungszeichen. Read more


Abends, halb zehn in Deutschland: Zeit für Online-Einkäufe

Abends, halb zehn in Deutschland: Zeit für Online-Shopping

Laut einer Umfrage, die von Boniversum und dem bevh im März 2017 durchgeführt wurde, bevorzugen deutsche Verbraucher nach eigenem Empfinden mehrheitlich keine bestimmten Tageszeiten oder Wochentage für ihre Online-Einkäufe. Dennoch zeigt die Auswertung der Befragung: am häufigsten wird samstags zwischen 18 und 24 Uhr im Internet eingekauft.

Online-Befragung zu bevorzugten Tageszeiten und Wochentagen

Wann tätigen die meisten Personen ihren Einkauf online? Gibt es bestimmte Tageszeiten und Wochentage, an denen gerne über das Internet geshoppt wird? Um das herauszufinden, führte Boniversum (Creditreform Boniversum GmbH) zusammen mit dem bevh (Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V.) im März 2017 eine Online-Befragung durch. 1.017 deutsche Verbraucher zwischen 18 und 69 Jahren wurden zu dem Thema „Bevorzugte Tageszeiten und Wochentage für Online-Einkäufe“ befragt. Die Ergebnisse der Studie geben Auskunft über das Einkaufsverhalten der Deutschen.

56 Prozent der Befragten geben an, dass sie keine bevorzugte Tageszeit für Online-Einkäufe haben. Etwa 80 Prozent behaupten, dass auch der Wochentag eigentlich keine Rolle spiele. Das klingt auch logisch, denn durch das Internet ohne Ladenschluss steht den Verbrauchen ein unbegrenzter Zeitraum für ihr Shopping zur Verfügung. Sie können ganz spontan erwerben, was sie zu einem bestimmten Zeitpunkt gerne haben möchten. Öffnungszeiten, wie beim Einkaufen im Geschäft, sind nicht mehr relevant. Gerade aufgrund dieser Freiheit kaufen immer mehr Menschen ihre Güter über das Internet. Aber können nicht trotzdem Tendenzen zu beliebten Einkaufszeiten aufgezeigt werden?

Die meisten Online-Einkäufe erfolgen abends und am Wochenende

Zahlreiche Verbraucher kaufen abends zwischen 18 Uhr und 24 Uhr online ein (61 Prozent). Am wenigsten wird das Zeitfenster zwischen 0 Uhr und 6 Uhr für Online-Shopping genutzt (5 Prozent). Der Wochentag, der für die Händler im E-Commerce der profitabelste ist, scheint der Samstag zu sein, an dem etwa 30 Prozent der Umfrageteilnehmer den Link zum Online-Shop suchen. Aber auch der Sonntag ist ein beliebter Tag für Online-Einkäufe: 15 Prozent der Befragten geben an, dass der Sonntag der bevorzugte Shopping-Tag ist. Prinzipiell kann man sich gut vorstellen, warum das so ist: Zu diesen Zeiten müssen Arbeitnehmer nicht arbeiten. Sie haben Freizeit und können sich um ihre Bedürfnisse kümmern.

Die Umfrage zeigt deutlich, dass Verbraucher spontan und situativ bedingt einkaufen. Die individuellen freien Zeitfenster wollen zum Shopping genutzt werden. Auf Öffnungszeiten angewiesen zu sein, engt die Spontanität ein. Die bevorzugten Tageszeiten und Wochentage hängen mit den individuellen Lebensrhythmen der Verbraucher zusammen. Die Zeitfenster der am meisten getätigten Online-Einkäufe sind aber stark von der arbeitsfreien Zeit der Zielgruppe abhängig.

 

Bildquelle: Robbert Noordzij, Lizenz (CC BY 2.0)


WeeklyNews: Analysierte Kundengesichter bei real, Marken und E-Commerce sowie Zalando, das Betriebssytem

Real will Kunden mittels Kameraüberwachung analysieren.

Heute in den WeeklyNews: real analysiert Kundengesichter mittels Adpack – Datenschützern dürfte das weniger freuen. Außerdem berichten wir darüber, wie Marken im Internet erfolgreich verkaufen können und Zalando mausert sich zum ‚Betriebssystem’ der Modewelt. Read more