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E-Commerce: Leitfaden untersucht Kaufverhalten von Kunden

Der stationärer Handel muss endlich aufwachen und den E-Commerce mit in die eigenen Prozesse berücksichtigen.

Das Online-Einkaufsverhalten der Nutzer ändert sich fast-täglich - eine Zusammenfassung.

Wie kaufen Kunden im digitalen Zeitalter ein? Die Autoren des E-Commerce-Leitfadens haben sich dazu den Status quo des Einkaufsverhaltens von Online-Shoppern im Detail angeschaut und nach eigener Aussage zukunftsträchtige Trends ausgemacht. Klar ist, das Einkaufsverhalten von Endkunden ändert sich im Zeitverlauf ständig – und das nicht erst seit dem Internet. Eine Zusammenfassung.

Von den knapp 1.000 Befragten gaben 28 Prozent an, dass sie bis zu neun Transaktionen pro Monat über das Internet getätigt haben; 25 Prozent sogar zehn und mehr – 200 der Befragten shoppen bis zu zweimal pro Monat im Internet. Aus den Ergebnissen der Studie geht hervor, dass 30 Prozent Online-Anteil an die Produktkategorie ‚Kleidung und Schuhe’ gehen. Darauf folgen die Kategorien ‚Bücher, Musik, Filme und Videospiele’ mit 29 Prozent und ‚Unterhaltungselektronik’ mit 21 Prozent. Etwas weniger digitales Interesse ist bei den Kategorien Haushaltsgeräte (15 Prozent) sowie Gesundheit und Kosmetik (14 Prozent) zu erkennen. Die Probanden bestellten laut des ‚E-Commerce-Leitfadens‚ bei verschiedenen Shops beziehungsweise Marktplätzen innerhalb von zwölf Monaten (siehe Grafik). Regelmäßig werden sogar mindestens drei verschiedene Onlineshops besucht (35 Prozent).

Wie oft kauft ein einzelner Kunde im Internet ein - wie oft nutzt er den Kanal des Onlinehandels?

Amazon, die Onlinesuche schlechthin

Der Online-Einkauf ist die eine Sache, die Suche nach Produkten die andere. Eine weitere Erkenntnis aus der Studie ist, dass im Durchschnitt 34 Prozent der Produktrecherchen für einen Online-Kauf über alle Produktkategorien hinweg bei Amazon beginnen. 19 Prozent recherchieren zuerst in einem stationären Geschäft, bevor sie den Onlinekauf tätigen. Erst darauf folgt Google mit 15 Prozent sowie die direkte Suche in einem Online-Shop mit zwölf Prozent. Lediglich neun Prozent der Produktsuchen beginnen bei eBay oder auf Preisvergleichsportalen wie Idealo (siehe Grafik). Die Entwicklung zeigt auch, wie wichtig der Content Commerce in Zukunft werden wird. Zudem zeigen die Ergebnisse, wie Händler von Amazon profitieren beziehungsweise abhängig sein können (Grafik).

Onlinesuche startet überwiegend auf der Plattform Amazon.

Es ist allerdings nicht verwunderlich, dass nicht nur bei der Suche der US-Konzern Amazon die Pole-Position innehat. Im Durchschnitt wird auch die Hälfte der Online-Käufe beim Onlineriesen durchgeführt. Dort sind besonders die Kategorien ‚Bücher, Musik, Filme und Videospiele’ (73 Prozent) sowie ‚Kleidung und Schuhe’ (36 Prozent) beliebt. Was etwas überrascht: Nach einer Produktrecherche im stationären Geschäft wird auch meistens dort gekauft. Im Vergleich: 87 Prozent der Befragten, die bei Amazon in der Produktkategorie Bücher, Musik, Filme und Videospiele für einen Online-Kauf recherchiert haben, haben dann auch bei Amazon bestellt. Im stationären Geschäft waren es immerhin noch 78 Prozent.

Wer bei Amazon die Produktsuche startet, kauft in der Regel auch beim US-Konzern.

E-Commerce: 30 Prozent setzen auf Smartphone und Tablet

Aber wie sieht denn nun das Einkaufsverhalten der Deutschen aus? Knapp 30 Prozent der Befragten setzt beim Onlinekauf auf mobile Endgeräte wie Smartphone und Tablet. 69 Prozent kaufen online noch immer via PC beziehungsweise Notebook ein. Am beliebtesten sind dabei Online-Einkäufe über das Smartphone in Deutschland in der Altersgruppe der 14- bis 29-jährigen. Ein Vergleich der Mobile-Commerce-Nutzer nach Geschlecht zeigt, dass derzeit rund 70 Prozent der Männer und 67 Prozent der Frauen in Deutschland mobile Einkäufer sind. Glaubt man dagegen Statista, wächst mit steigendem Einkommen der Anteil der mobilen Einkäufer (Quelle: Statista).

Der stationäre Handel wird es gegen den E-Commerce schwer haben

Egal wie der Kunde heutzutage seinen Einkauf abschließt, das Vertrauen gegenüber dem Händler ist speziell beim Erstkauf entscheidend. Dabei sind nicht nur nachvollziehbare Gütesiegel hilfreich; auch Versandkosten, Bezahlverfahren, Kundenrezension und die Bewertung des Shops spielen eine gewichtige Rolle. Weniger im Fokus steht dabei allerdings die Optimierung der Shopseite für mobile Endgeräte (Responsive Design).

Hinsichtlich der Frage, welche Innovationen beziehungsweise Dienste für das Einkaufserlebnis in der Zukunft für die Befragten wichtig sind, wurde vor allem der interaktive Spiegel mit 47 Prozent als relevant gesehen. Dahinter folgen kassenlose Geschäfte (45 Prozent), Virtual Reality (45 Prozent), Smart-Home-Anwendungen (42 Prozent) sowie Augmented Reality (39 Prozent). Digitale Sprachassistenten (35 Prozent), Chatbots (32 Prozent) und Dash Buttons (28 Prozent) werden eher als weniger relevant für das Einkaufsverhalten eingeschätzt. Erwähnenswert: In allen Kategorien tendieren die Befragten zu mehr Online-Käufen. Satte 60 Prozent der Befragten denken, dass es in Zukunft weniger stationäre Geschäfte geben wird. Ebenfalls denkbar, stationäre Geschäfte bieten in Zukunft deutlich mehr digitale Dienste an, damit Kunden dort einkaufen.

Teaserbild: pxhere