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28. September 2017

Weekly-News: adidas macht Multi-Channel, Onlinehandel boomt weiter und kleine Shops gehen dabei leer aus

adidas will auch in Russland Angebote schaffen, wie Onlineshops, Fabrikverkauf - Multi-Channel halt.

adidas in Deutschland hat mittlerweile auch eine Multi-Channel-Strategie - Russland zieht nun nach.

Heute in unseren Weekly-News: adidas macht in Multi-Channel und will den Markt in Russland neu justieren. Zudem boomt der Onlinehandel in Deutschland weiter; speziell im Segment Lebensmittel sind Umsatzsteigerungen zu vermelden. Nachteil: Die kleinen Händler merken vom Online-Boom kaum etwas.

Adidas macht in Russland auf Multi-Channel

Adidas, Hersteller von Sportkleidung, will seine Verkaufsstrategie in Russland neu ausrichten und auf mehrere Verkaufskanäle seine Waren anbieten. Vor allem der eigene Onlinehandel soll dabei im Fokus stehen; dafür sollen bis Ende 2017 rund 160 Filialen geschlossen werden. „In neue Verkaufswege hatte das Unternehmen innerhalb der vergangenen zwei Jahre mehr als 70 Millionen Euro investiert. Den Online-Verkauf wickelt adidas über die eigene Homepage und per Tablets ab, die in den Geschäften aufgestellt sind. Ebenso sollen Adidas-Produkte auf Online-Plattformen wie ‚Ozon.ru’ oder ‚Wildberries‘ erhältlich sein“, so OWC Außenwirtschaft. Ob grundsätzlich die Russland-Sanktionen für das Umdenken an der Unternehmensspitze führten, ist nicht belegt. Adidas hat Russland allerdings 2014 bereits als Risikoland eingestuft. Eines steht auf jeden Fall fest: Russland ist eines der ersten Länder, in dem der Sportartikel-Hersteller eine Multi-Channel-Strategie fährt.

Quelle: ISPO


Handel: Onlineboom in Deutschland hält an

Der Onlinehandel hierzulande verzeichnet auch weiterhin einen hohen Anteil am Gesamtumsatz des sogenannten Interaktiven Handels (Online- und Versandhandel). Betrachtet man den gesamten Markt, lagen die Umsätze im Internethandel im dritten Quartal 2017 bei 13,6 Milliarden Euro. Das sind satte neun Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt im Vorjahreszeitraum. Im Gegensatz zum Vorjahr konnte speziell das Segment Lebensmittel und Haushaltswaren eine starke Nachfrage vermelden. So stieg das Onlinevolumen des besagten Warengruppen-Cluster um insgesamt 19,5 Prozent mit einem Gesamtumsatz von 989 Millionen Euro. Die zunehmende Akzeptanz für das Warensegment Lebensmittel bescherte dem 3. Quartal 2017 einen Online-Umsatz von 292 Millionen Euro und stieg um 26,6 Prozent.

Weitere Eckdaten

Warengruppen-Cluster ‚Bekleidung inkl. Schuhe‘

Die Kategorie Bekleidung ist nach wie vor bei deutschen Verbrauchern sehr beliebt, stagniert aber etwas. 0,7 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr belegen dies. Der entsprechende Online-Umsatz erhöhte sich auf 2.734 Millionen Euro. Im 3. Quartal 2017 lag das Wachstum für den Bereich Schuhe bei 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erwirtschaftete einen Online-Umsatz von 898 Millionen Euro.

Warengruppen-Cluster ‚Unterhaltung‘ (Bücher/Ebooks/Hörbücher, Computer/Zubehör/Spiele/Software inkl. Downloads, Elektronikartikel/Telekommunikation)

Die Warengruppe Computer, Zubehör und Spiele verzeichnete im 3. Quartal 2017 Online-Umsätze von 1.003 Millionen Euro und stieg um 19 Prozent. Der Bereich Elektronikartikel und Telekommunikation wuchs online um 10,8 Prozent und verzeichnete einen Umsatz von 2.251 Millionen Euro. Die Online-Umsätze bei Büchern und E-Books gingen um 9,3 Prozent zurück und lagen bei 735 Millionen Euro.

Quellen: bevh / heise


Onlinehandel: Kleine Shops gehen ‚fast‘ leer aus

Der oben erwähnte Boom des Onlinehandels kommt allerdings nicht überall an. Die Stuttgarter Nachrichten berichten, dass nur die 1.000 umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland im vergangenen Jahr ein Wachstum von elf Prozent auf knapp 40 Milliarden Euro verzeichneten. „Der Löwenanteil, rund 16 Milliarden Euro oder 40 Prozent, entfiel dabei auf die zehn stärksten Anbieter im Markt“, so die Onlineausgabe. „Unumstrittener Marktführer bleibt Amazon mit einem Jahresumsatz von 8,1 Milliarden Euro; mit großem Abstand folgen Otto (2,7 Milliarden Euro) und Zalando (1,1 Milliarden Euro).“ Alarmierend: Bereits ab den Plätzen 501 bis 1.000 kommen die Beteiligten Händler auf einen Umsatz von gerade einmal 3,8 Milliarden Euro (siehe dazu die Grafik).

Onlinehandel in Deutschland 2017 - Amazon und Zalando sind starkl; kleine Händler gehen allerdings fast leer aus.

Teaserbild: CC BY-SA 3.0 / Avda