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KEP-Dienstleister bauen Infrastruktur aus: und der Händler?

Egal ob DHL, Hermes oder Amazon - KEP-Dienstleister bauen ihre Infrastruktur aus.

DHL baut seine Logistik-Infrastruktur weiter aus und baut neue Verteilzentren.

Im Jahr 2016 wurden satte drei Milliarden Paketsendungen in Deutschland versendet. Bis 2020 rechnet man mit einer jährlichen Steigerung von 5,1 Prozent – die in Zahlen 3,8 Milliarden Pakete ergibt. Um dieser Paketflut Herr zu werden, investieren KEP-Dienstleister massiv in den Ausbau ihrer Infrastruktur; inklusive den Distributionszentren. Und was ist mit dem stationären Handel?

Es ist wahrlich kein Geheimnis: Der Onlinehandel boomt. Millionen Pakete werden täglich auf deutschen Straßen bewegt. Eine enorme Belastung für Umwelt und Infrastruktur. Letztere soll nun von den KEP-Dienstleistern ausgebaut werden um die Paketflut in den Griff zu bekommen. Das größte und modernste Paketzentrum in Deutschland zum Beispiel ist seit gut einem Jahr in Obertshausen bei Frankfurt in Betrieb. Die Deutsche Post hatte hier einen neuen Standort eröffnet – es ist mittlerweile ihr 34. Paketzentrum. Zudem realisiert die Tochter DHL zur Zeit eines der größten Bauprojekte im Ruhrgebiet. Auf dem ehemaligen Opel-Werksgelände in Bochum entsteht ein riesiges Paketzentrum mit 140.000 Quadratmeter Fläche. Der Konzern will dort 50.000 Pakete pro Stunde abfertigen, bis zu 400.000 Einheiten sollen pro Schicht über die Fördertechnik laufen – das sind enorme Kennzahlen. Insgesamt werden nach Angaben der DHL 600 neue Jobs entstehen. Aber auch Amazon schläft bekanntlich nicht und hat erst im März 2017 ein weiteres Verteilzentrum in Bochum in Betrieb genommen. Der US-Konzern beschäftigt dort inzwischen über 100 Mitarbeiter, die pro Nacht über 20.000 Pakete umschlagen.

Im Jahr 2021 werde das Sendevolumen, getragen hauptsächlich vom Paketversand, auf über 4 Milliarden ansteigen, eine Milliarde mehr als im vergangenen Jahr. 

CIO – Paketflut zwingt DHL, DPD und Hermes zum Netzausbau

Dass die gesamte Infrastruktur überdacht oder zumindest optimiert werden muss, weiß auch Hermes. „Wir haben im Sommer Mengen auf den Fahrzeugen, die bereits dem Volumen des vorangegangenen Weihnachtsgeschäftes entsprechen“, sagt Ingo Bertram, Pressesprecher Hermes. Ein Grund, warum der KEP-Dienstleister, der zur Otto-Group gehört, ebenfalls ein neues Versandzentrum eröffnet hat – dort werden derzeit bis zu 25.000 Sendungen pro Stunde bearbeitet.

Keine Frage, Paketzentren sind für die KEP-Dienstleister das Rückgrat im Paketgeschäft, denn sie dienen in der Region als die Verteilstellen in einem eng geknüpften Liefernetz. Am Ende dieses Netzes steht die letzte Meile zum Kunden. Aber was ist mit den lokalen Händlern? Es müsste lediglich die Integration des stationären Handels in die Distributionsprozesse sowie in den Onlinehandel stattfinden, um etwa Mehrfachfahrten zum lokalen Handel sowie zum Endkunden zu minimieren. Wie das funktionieren soll? Der Händler könnte dem Kunden In-Store-Pickup anbieten. So dient das lokale Geschäft dem Kunden nicht nur als Service- und Beratungsstelle; es ist gleichzeitig Lager und Distribution. Der Kunde bestellt online und holt, wenn verfügbar und machbar, die Ware direkt im lokalen Geschäft ab. Der Onlinehändler müsste nichts versenden. Einzige Voraussetzung: Der jeweilige Händler hat die gewünschte Ware auch vorrätig; ansonsten muss der KEP-Dienstleister doch noch zusätzlich liefern. Eine ähnliche Strategie verfolgt beispielsweise das gax-System.

Bild: Bahnfisch / CC BY-SA 3.0

Quelle: CIO