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Same Day Delivery und die Abwicklung über den stationären Handel

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Fashionriese Asos und Edeka/Bringmeister bauen ihren Same Day Service aus.

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Asos und Edeka machen nun Same-Day-Delivery – allerdings mit Komplikationen. Die Einbindung des stationären Handels könnte hilfreich sein.

Asos bietet jetzt Same Day Delivery in Berlin an. Ermöglicht wird das durch die Eröffnung eines neuen Distributionszentrums am Stadtrand. Zeitgleich erweitert auch Edeka seinen Online-Service um Same Day Delivery in München – bisher war das in Kooperation mit der Tochterfirma Bringmeister ebenfalls nur in Berlin möglich. Es stellen sich die Fragen: Wie gut funktioniert dieser Service; bringt er Komplikationen mit sich? Und: Kann er effizienter gestaltet werden?

Unter dem Namen Asos Fix läuft der neue Service des Fashion-Onlineriesen Asos. Von Montag bis Freitag können Kunden, die vor 13 Uhr bestellen, die Ware noch am selben Tag erhalten. Das kostet allerdings einen nicht unerheblichen Betrag: Für Asos Fix berechnet das Unternehmen 20 Euro. Zum Vergleich: Der Morning Express, mit dem die Ware erst am nächsten Tag beim Kunden ist, kostet zehn Euro.

Diese Art der Erweiterungen der E-Commerce-Services ist ein hochrelevantes Thema, nicht nur für den Onlinehändler wie Asos, der ein engmaschigeres Netz aus Zulieferungsmöglichkeiten als Ziel gesetzt hat. Auch die Supermarktkette Edeka möchte mit der wachsenden Digitalisierung mithalten und online aktiver werden. Im Zuge neuer Dienstleistungen von großen Onlinehändlern in der Lebensmittellieferung, wie etwa Amazon mit Amazon Fresh, ist es für den stationären Händler nicht weniger interessant, auch online aktiv zu werden.

Edeka lieferte beispielsweise gemeinsam mit der Tochterfirma Bringmeister bisher, wie auch Asos, nur innerhalb von Berlins Grenzen am selben Tag. Seit April gibt es den Service auch in München. Wie Internetworld berichtet, machen aber nicht alle Händler Same Day Delivery. So konzentriert sich Konkurrent Rewe beispielsweise auf die Auslieferung am nächsten Tag. Das Konzept scheint aufzugehen – zumindest in Karlsruhe. Dort sind in den nächsten Tagen nur wenige Lieferslots frei, in denen der Kunde seine Ware geliefert bekommen könnte.

Same-Day-Delivery: Waren aus Zentrallagern

Dabei muss erwähnt werden, dass Bringmeister sich nicht innerhalb von lokalen Filialen bedient; vielmehr sind es, ähnlich wie bei Asos, Waren aus einem Zentrallager. Das berichtet zumindest Judith Alpmann, Pressestelle Edeka, gegenüber gaxsys. „Die Waren stammen in Berlin wie auch in München aus einem Zentrallager und werden von dort ausgeliefert. Jeder Einkauf wird von Hand zusammengestellt und anschließend in modernen Kühlfahrzeugen direkt frisch zum Kunden nach Hause gebracht.“

Sicher ist: Je schneller die Ware beim Kunden ist, desto zufriedener ist dieser. Jedoch laufen beide Services nicht ohne Herausforderungen. Wie Daniela Zimmer für Internetworld weiter berichtet, stehe Edeka trotz weiterem Ausbau des Online-Angebots immer wieder vor strukturellen Problemen in Logistik und IT. Das Unternehmen könne dem sprunghaften Anstieg der Bestellungen nicht standhalten, heißt es. Die Folge: Kunden warten oft bis zu vier Tage auf ein freies Lieferzeitfenster. Zudem kommen die Fahrer auch nicht im versprochenen Zeitraum. Im sozialen Netzwerk Twitter versprach Bringmeister so zuletzt einem Kunden, man wolle mehr Kapazitäten bereitstellen, um den Same Day Service dann tatsächlich leisten zu können.

Die Lösung liegt in der Nähe zum Kunden

Es stellt sich nun die banale Frage: Wie kann ein Pizza-Lieferservice seine Produkte, zeitnah, erschwinglich und noch warm an den Kunden bringen; aktuelle Same-Day-Delivery-Projekte aber, wie von Asos und Edeka, kämpfen dagegen mit einer erheblichen Kostenstruktur und können Liefertermine nicht halten. Die Antwort ist einfach: die Nähe zum Kunden. So ist etwa für Asos die größte Herausforderung, dass nur ein Bruchteil der Produkte des Online-Versandhauses, das unter anderem sogar eine Eigenmarke führt, im stationären Handel verfügbar sind. Würde das Versandhaus den Großteil des Sortiments auch über den stationären Handel anbieten, wären zum einen Waren lokal im jeweiligen Ort zugänglich, zum anderen könnte das Unternehmen Same Day Delivery nicht nur logistisch einfacher gewährleisten, der Service wäre auch deutlich günstiger.

Edeka hingegen verfügt bereits über lokale Filialen. Somit wäre es deutlich einfacher, gemeinsam mit der Tochterfirma Bringmeister daran zu arbeiten, die Bestellungen anstatt Sie aus großen Zentrallagern zu kommissionieren, direkt aus den einzelnen Geschäften zu versenden. Sicher bleibt das zentrale Angebot größer als das der Filialen, man könnte sie dennoch als Hauptumschlagbasis verwenden.

Mehr Austausch zwischen Online und Offline

Zusammengefasst: Der Online-Handel und der stationäre Händler sollten in Sachen Digitalisierung nicht in Konkurrenz zueinanderstehen. „Der stationäre Einzelhandel ist nach wie vor die tragende Säule des deutschen Einzelhandels“, schreibt Handelsdaten. Beide Seiten könnten ökonomisch und ökologisch davon profitieren, gemeinsam zu agieren, indem der stationäre Handel im Versand für den Onlinehändler aktiver wird, insbesondere dann, wenn es um neue Services wie Same Day Delivery geht. Der Online-Händler hingegen könnte seine digitale Expertise für den stationären Handel zur Verfügung stellen, damit dieser auch im E-Commerce aktiv werden kann.

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