PICARD-Lederwaren

Vom Gepäckträger zum internationalen Business – PICARD-Lederwaren stärkt dabei seine Wurzeln

Tradition und Innovation – diese Tugenden in Kombination sind ein solides Fundament im internationalen Geschäft. So werden beim Kunden Vertrauen und Neugier geweckt, was letztlich die Voraussetzungen für ein langfristig funktionierendes Geschäftsmodell sind. Zudem sind wichtige Mauersteine für einen tragenden Unternehmenserfolg: hochwertige Produkte, ein zuverlässiger Service sowie ein fairer Umgang mit den Angestellten und der Umwelt. Als Dach empfiehlt sich ein dichtes Händlernetz, das in Synergie mit dem globalen E-Commerce agieren kann.
Nach diesem Bauplan hat die PICARD Lederwaren GmbH & Co. KG ein solides Business aufgebaut, das schon fast 90 Jahre Bestand hat.

Vom Handwerker zum internationalen Netzwerk

Schon 1928 wusste Feintäschner Martin Picard durch sein Design zu überzeugen, als er seine ersten Kollektionen mit dem Fahrrad nach Offenbach fuhr, dem einstigen Mekka für Lederwaren in Deutschland. So erarbeitete er sich Kilometer für Kilometer die Marke PICARD-Lederwaren – und der Aufwand wurde belohnt: Mit einem der modernsten Werke für Lederwaren der Nachkriegszeit wurde 1949 in Obertshausen ein Standort etabliert, dessen Belegschaft Ende der 1960er Jahre die 1.000-Mitarbeiter-Grenze überstieg.
Doch auch an PICARD ging der Einbruch der Textil- und Modebranche in den 70ern, ausgelöst durch preiswerte Produkte aus Asien, nicht spurlos vorbei. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten, steckte die Familie Picard den Kopf jedoch nicht in den Sand, sondern stellte sich international neu auf, ohne dabei seine Prinzipien oder sein Gesicht zu verlieren. Heute Beschäftigt PICARD etwa 1.800 Mitarbeiter weltweit; koordiniert, geprüft und geplant wird immer noch in Deutschland. Der 2012 gelaunchte Webshop trägt einen wichtigen Teil zum internationalen Geschäft bei. Doch damit nicht genug: Das Familienunternehmen baut auch auf seine lokalen Händler.

Einzelhandel vs. Internet - eine Begehrlichkeit weckt man über alle Sinne

PICARD setzt bei seinem stationären Vertriebsmodell auf eine Mischform. Zum einen werden die Produkte über Multi-Brand-Stores verschiedener bekannter Handelsketten und Fachgeschäfte angeboten, zum anderen gibt es ein Franchise-Netzwerk, das den Namen PICARD an neuralgischen Punkten des gesellschaftlichen Lebens repräsentiert. Flughäfen und Bahnhöfe zählen ebenso dazu wie beispielsweise ein Geschäft am Kurfürstendamm in Berlin. Georg Picard, Geschäftsführer in vierter Generation, bringt es auf den Punkt: „PICARD braucht ein Gesicht, dort wo die Welt uns sieht.“
Diese Weitsicht ist nicht alltäglich, in einer Zeit, die geprägt ist von jährlichen Rekorden des Online-Handels. Doch genau das trifft den Nerv des Klientels, das die Haptik, die professionelle Verarbeitung der PICARD-Produkte schätzt und manchmal die edlen Accessoires vor dem Kauf gerne in Augenschein nimmt. Interessant wäre die Dunkelziffer der Käufer, die sich durch den Duft einer natürlich gefärbten Ledertasche oder durch das Gefühl des weichen Nappaleders kurzfristig zu einem Kauf entschieden haben – vermutlich kein unbedeutender Anteil am Umsatz der Obertshausener. Die globale Reichweite des E-Commerce ersetzt er aber sicher auch nicht – und der Online-Handel tritt zunehmend in Konkurrenz zu den lokalen Händlern. Sind ein florierender E-Commerce und der Ausbau lokaler Geschäfte also ein Widerspruch? Nein, dank der Kooperation mit der gaxsys GmbH aus Karlsruhe.

PICARD-Lederwaren Onlineshop

Alle Kanäle gezielt Auslasten mit dem gax-System

Mit dem gax-System schafft PICARD den Spagat zwischen dem internationalen Online-Handel und dem Support seiner Händler vor Ort – sowohl den vielfältigen Multi-Brand-Stores in den Fußgängerzonen als auch der Franchisenehmer, die die PICARD-Flagge an den Touristen-Hotspots hochhalten. Geht eine Bestellung im globalen PICARD-Onlineshop ein, wird der Auftrag in den meisten Fällen nicht von PICARD selbst abgewickelt – er wird, über die gax-Auftragsabwicklung, an angeschlossene lokale Händler weitergereicht. Der erste Händler, der die bestellte Ware im Geschäft auf Lager hat, nimmt den Auftrag an und versendet das Produkt an den Konsumenten. Durch die Berücksichtigung der Entfernung zwischen Konsument und Händler, werden zuerst die Händler in unmittelbarer Umgebung des Käufers abgefragt, was den kürzesten Lieferweg garantiert.

Im Zusammenspiel mit der Middleware „CommerceEngine“ der Firma eFulfilment, die PICARD für seine globale Auftragsverwaltung nutzt, ist das gax-System die Schnittstelle für die Integration der lokalen Händler. Über die CommerceEngine wird entschieden, ob ein Auftrag an den Handel weitergegeben oder von PICARD selbst bedient wird. In letzterem Fall werden die logistischen Prozesse durch einen 3rd-Party-Logistiker übernommen, der automatisiert durch die Systeme angesteuert wird. Das gax-System koordiniert andernfalls die Verteilung an die Händler. Bei diesem Prozess kann auch ein Gebietsschutz gewährleistet werden, der speziell beim Franchising eine wichtige Rolle spielt.

Eine Synergie, von der alle profitieren

„Für unseren PICARD Marken-Webshop war es uns wichtig, eine E-Commerce-Lösung zu finden, über welche unsere Händler einfach und zuverlässig an den PICARD-Online-Umsätzen partizipieren können, ohne selbst ein aufwändiges System entwickeln zu müssen. Mit dem gax-System haben wir die richtige Wahl getroffen. Unsere Kunden und wir sind damit sehr zufrieden.“ erklärt Georg PICARD, Geschäftsleiter der PICARD Lederwaren GmbH & Co. KG.

Der Kunde hat eine kurze Lieferzeit, der Händler erhöht seine Flächenrentabilität und PICARD schafft sich dezentrale Lagerstätten für den E-Commerce. Zudem können gezielt regionale Überhänge abgebaut werden, indem Aufträge entsprechend koordiniert oder gezielt Filialen bevorzugt werden.

So wird das wichtige Schaufenster im Einzelhandel aktiv von der Marke gefördert. PICARD gibt damit auch etwas an die Händler zurück, die von Anbeginn einen großen Teil zum Erfolg der Marke beigetragen haben – ganz im traditionellen Sinne des einstigen Gründers.